Wer kann studieren und wie wird das von wem entschieden?

Grundlegende Voraussetzung für die Bewerbung um einen Studienplatz ist das Vorhandensein einer Hochschulzugangsberechtigung (HZB). In Niedersachsen gibt es grob betrachtet zwei Wege, eine Hochschulzugangsberechtigung zu erlangen:  

  • durch schulische Vorbildung und  
  • durch berufliche Vorbildung.

Innerhalb dieser beiden Wege zeigt dann eine genauere Betrachtung, dass es eine ganze Reihe von Möglichkeiten des Erwerbs gibt. In folgender Matrix haben wir versucht, die Wege zu einer Hochschulzugangsberechtigung systematisch darzustellen: 

  Schulische Qualifikationen Berufliche Qualifikationen 
Allgemeine
Hochschulzugangs-
berechtigung

Abitur

  • Gymnasiale Oberstufe
  • Abendgymnasium
  • Berufsgymnasium 
  • Kolleg
  • Fachgymnasium
  • Berufsoberschule (BOS)
    mit zweiter Fremdsprache 

Berufliche Vorbildung I

  • Meisterprüfung
  • Aufstiegsfortbildung (mind. 400 Unterrichtsstunden)
  • Inhaber eines Befähigungszeugnisses zum nautischen Schiffsdienst
  • Fachschulabschluss entsprechend „Rahmenvereinbarung über Fachschulen“
    (bspw. Gestaltung, Technik oder Heilerziehungspflege)
  • Abschluss einer landesrechtlich geregelten Fortbildung für Berufe im Gesundheitswesen
Fachgebundene
Hochschulzugangs-
berechtigung

Fachgebundene Hochschulreife 

  • Berufsoberschule (BOS) ohne zweite Fremdsprache

Berufliche Vorbildung II

  • „3+3“ – Personen mit mindestens dreijähriger Ausbildung und mindestens drei Jahren Berufserfahrung
  • ​Fachbezogene Hochschulzugangsberechtigung durch Prüfung – „Z-Prüfung“
Fachhochschulreife
  • Fachoberschule 
    (FOS)
  • Fachschulabschluss 
    (bspw. staatl. geprüfter Erzieher)

Die Tabelle zeigt, dass bei den Hochschulzugangsberechtigungen (HZB) zwischen der allgemeinen und der fachgebunden Hochschulzugangsberechtigung sowie der Fachhochschulreife unterschieden wird. Das hat folgenden Hintergrund:

  • mit einer allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung kann eine Person an allen Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen) in jeder Fachrichtung studieren;
  • mit einer fachgebundenen Hochschulzugangsberechtigung kann eine Person an allen Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen) in den Fachrichtungen studieren, die passend zu den Schwerpunkten des Abschlusses sind;
  • mit einer Fachhochschulreife kann eine Person an Fachhochschulen in jeder Fachrichtung studieren und an Universitäten in entsprechenden Studienfächern, die einen Fachbezug aufweisen, studieren.  

Sollten Ratsuchende (noch) nicht im Besitz einer HZB sein, ist es vor dem Hintergrund dieser vielen Möglichkeiten üblich, dass je nach Ressourcen der Person gleich mehrere dieser Wege zur Erlangung der HZB denkbar sind.  Die Servicestelle Offene Hochschule Niedersachsen berät insbesondere Personen mit oder auf dem Weg zu einem Hochschulzugang über berufliche Qualifikationen.

Von zentraler Bedeutung ist außerdem, dass keine offizielle Stelle mehr über das Vorhandensein einer HZB aufgrund beruflicher Qualifikationen entscheiden muss. Durch das Niedersächsische Hochschulgesetz ist eindeutig geregelt, dass bspw. Absolventen einer Aufstiegsfortbildung oder Absolventen einer dreijährigen Ausbildung nebst drei Jahren Berufserfahrung eine Hochschulzugangsberechtigung besitzen. Ein Nachweis dieser Qualifikationen ist notwendig, die Hochschule entscheidet dann über die Aufnahme.  

Für den Hochschulzugang über „3+3“ (fachgebundene HZB) ist ferner wichtig zu wissen, dass die Feststellung der Fachgebundenheit der jeweils aufnehmenden Hochschule obliegt. D. h. die Hochschule prüft, welche Berufe fachgebunden zu den angebotenen Studiengängen sind. In manchen Fällen veröffentlichen Hochschulen die schon entschiedenen Zuordnungen im Internet. Oftmals prüft eine Hochschule die Fachgebundenheit eines Berufes zu einem Studiengang erstmals bei Bedarf, also dann, wenn sich jemand mit diesem Beruf erstmalig an die Hochschule wendet. Personen mit „3+3“ ist daher immer zu empfehlen, mit der Hochschule, idealerweise der Studienberatungsstelle, in Kontakt zu treten. 

Abschließend ist zudem darauf hinzuweisen, dass der Hochschulzugang lediglich eine grundlegende Voraussetzung für ein Studium ist. Erst im zweiten Schritt, dem sogenannten Zulassungsverfahren, werden die Studienplätze vergeben. Wie die Chancen in diesem Verfahren jeweils stehen, hängt von vielen Faktoren ab, bspw. können das sein: das Erfüllen weiterer Zulassungsvoraussetzungen, die Note der HZB, Wartesemester, Zulassungsprüfungsergebnisse, die aktuelle Nachfrage nach Studienplätzen etc.. 

In Niedersachsen führen insofern viele Wege in ein Studium. 

Bei Fragen und Anregungen helfen wir Ihnen gern weiter! Kontaktieren Sie uns.