Berufskompass Chemie

Unter dem Titel „Sozialpartner-Veranstaltung Berufskompass Chemie“ luden der Arbeitgeberverband Chemie Nord und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) am 2. September 2016 Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen der Chemiebetriebe ins „Haus der Chemie“ nach Laatzen ein.

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Die Teilnehmenden informierten sich über die vielfältigen Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung in ihren Berufen sowie weitergehende Entwicklungsmöglichkeiten durch unterschiedliche Studienvorhaben.

In der Begrüßung betonte Ralf Becker, Leiter der IG BCE Landesbezirk Nord, die Bedeutung und das Ziel der Veranstaltung: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband tragen gemeinsam dazu bei, dass sich junge Fachkräfte über ihre Entwicklungsmöglichkeiten in den Chemiebetrieben informieren. Im Austausch auf Augenhöhe bekommen sie dabei die Fragen beantwortet, die ihnen mit Blick auf anspruchsvolle Weiterbildungsvorhaben auf den Nägeln brennen. Das ist ein gemeinsamer Beitrag zur Fachkräfteentwicklung und damit zur Fachkräftesicherung in den Betrieben.

Der einführende Beitrag von Dr. Petra Franziska Köster, Institut für Erwachsenenbildung und Berufspädagogik an der Leibniz Universität Hannover, zeigte anschaulich die Notwendigkeit von lebenslangem Lernen unter dem Titel „Das Leben ist ein Lernprozess“. Die Teilnehmenden verfolgten Lernsituationen an unterschiedlichen Stationen wie Bildungsträger, Hochschule und Betrieb. Außerdem hörten sie die Empfehlung, in den zukünftigen Lebensphasen jeweils für eine gute Balance von Arbeiten, Lernen und Leben zu sorgen.

In der ersten Gesprächsrunde berichteten drei Fachkräfte aus chemischen und technischen Berufsfeldern über ihre Motivationen zu und ihre Erfahrungen mit Aufstiegsweiterbildungen zum Industriemeister, technischem Betriebswirt, Techniker und einem Fernstudium Chemische Verfahrenstechnik. Ein Auszubildender im dritten Lehrjahr steuerte Überlegungen bezüglich seiner Weiterbildungsziele bei. Mit den Fragen der Zuhörenden ergab sich eine angeregte Diskussion über die Chancen und Risiken der unterschiedlichen Weiterbildungswege. Dabei wurden auch Hürden in der Umsetzung und Möglichkeiten zu ihrer Überwindung angesprochen.

In der zweiten Gesprächsrunde schilderten eine Industriekauffrau und eine Chemielaborantin ihre Weiterbildungswege. Sie wählten unterschiedliche Studienformate, ein duales, berufsintegrierendes Studium und ein Online-Studium, um ihre Weiterbildungsziele zu erreichen. Die Vereinbarkeit des Studiums mit der Berufstätigkeit, verschiedene Möglichkeiten der Studienfinanzierung und der Unterstützung seitens der Arbeitgebenden wurden mit den Zuhörenden erörtert.

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Unter dem Titel „Mit Beruf auch ohne Abitur studieren – so geht’s!“ informierte Monika Hartmann-Bischoff, Geschäftsführerin der Servicestelle Offene Hochschule Niedersachsen gGmbH, die Teilnehmenden der Veranstaltung über weitere Wege, sich auch auf akademischem Niveau in unterschiedlichen Formaten an (nicht nur) niedersächsischen Hochschulen weiterzubilden. Neben passendem Informationsmaterial erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in die Möglichkeiten, sich auf ein Studium vorzubereiten und dazu kostenlos das OHN-Kursportal für interaktive Online-Studienvorbereitungskurse zu nutzen. Mit diesen Kursen ist es möglich, die Studienentscheidung zu hinterfragen und zu reflektieren, sich mit Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens auseinanderzusetzen sowie die Kenntnisse in Mathematik mit Blick auf die Anforderungen in Hochschulstudiengängen zu prüfen und zu erweitern.

Dr. Jochen Wilkens, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Chemie Nord schloss die Veranstaltung mit dem Fazit, dass lebenslanges Lernen und Weiterbildung auf aktuellem Kenntnisstand für die Beschäftigten, die Personalverantwortlichen und die Firmenleitungen unverzichtbar sind. Dabei unterstützen die Informationen und der Austausch im Rahmen dieser Veranstaltung die Umsetzung passender Weiterbildungswege. So war es für alle Beteiligten eine motivierende und gelungene Veranstaltung.