Anrechnungsworkshop

Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen im Sozial- und Gesundheitsbereich

Um den Übergang ins Studium für Berufserfahrene weiter zu vereinfachen, beschäftigt sich die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) seit 2011 in dem Projekt „MainCareer – Offene Hochschule“ im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ intensiv mit der Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen auf Studieninhalte. Berufstätige und beruflich qualifizierte Studieninteressierte bringen vielfältige Qualifikationen und Kompetenzen mit. Durch die Anrechnung bereits vorhandener Kompetenzen verringert sich der Arbeitsaufwand im Studium und es werden Freiräume für Vor- und Nachbereitungen oder für thematische Vertiefungen geschaffen.

Am 24. Februar hatten Vertreterinnen und Vertreter aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich die Möglichkeit, sich in Hannover über die Erfahrungen der Frankfurt UAS zu informieren und auszutauschen. Professorin Margitta Kunert-Zier, Projektleiterin des AnKE-Verfahrens, Nadine Schuler und Lisa Luft, beide wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt MainCareer, teilten ihre Erfahrungen mit den Gästen, um das Thema Anrechnung in den Bereichen Pflege, Gesundheit und Soziales auch in Niedersachsen weiter voranzubringen.

 

Anrechnungsmöglichkeiten an der Frankfurt University of Applied Sciences

Die Anrechnung von außerhochschulisch erworbenen Kompetenzen leistet an der Frankfurt UAS einen wichtigen Beitrag, um attraktive Zugangswege für beruflich qualifizierte Personen in ein Hochschulstudium zu schaffen. Die rechtliche Verankerung erfolgte im Dezember 2012 durch das im Senat verabschiedete Verfahren zur Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen (AAEK-Verfahren). Im Projekt „MainCareer – Offene Hochschule“ wurden qualitätsgesicherte Vorgehensweisen zur Prüfung der Gleichwertigkeit von Kompetenzen erprobt und entsprechende Empfehlungen abgeleitet. So können Studierbarkeit, hochschulische Sozialisation sowie das Niveau und die Qualität des Studiums sichergestellt werden.

Ein rechtlicher Anspruch auf Prüfung der Anrechenbarkeit besteht an der Frankfurt UAS prinzipiell für jeden Studiengang im Rahmen der individuellen Anrechnung. Um den Verfahrensprozess zu unterstützen, wurden von „MainCareer“ folgende Leitfäden erstellt:

  • Der Leitfaden zur Erstellung eines Kompetenzportfolios richtet sich an Studierende und erläutert die Vorgehensweise anhand von Beispielen sowie einer Schritt-für-Schritt Anleitung.
  • Für die Lehrenden wurde ein Leitfaden zur Begutachtung von Kompetenzportfolios erstellt, um eine qualitätsgesicherte Bewertung sicherzustellen.
  • Zudem wurden für die Studiengänge Informatik und Informatik – mobile Anwendungen Leitlinien zur individuellen Anrechnung inklusive der entsprechenden Kompetenzportfolio-Vorlagen auf der Homepage der Hochschule bereitgestellt.

Pauschale Anrechnungsmöglichkeiten bestehen im Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit auf folgende Studiengänge:

Bachelorstudiengang Soziale Arbeit (B. A.)

  • Anrechnung von bis zu 30 CP auf Basis von Kompetenzen, die in der staatlich anerkannten Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher erworben wurden. Die Anrechnung erfolgt im Rahmen des sogenannten AnKE-Verfahrens (Anrechnung der Kompetenzen von Erzieherinnen und Erzieher auf den B. A. Soziale Arbeit).
  • Voraussetzung ist, dass der Abschluss innerhalb der letzten fünf Jahre an einer hessischen Fachschule für Sozialpädagogik erworben wurde.
  • Noten werden übernommen.

Bachelorstudiengang Pflege- und Case Management (B. Sc.)

  • Anrechnung von bis zu 90 CP auf Basis von Kompetenzen, die in der staatlich anerkannten Weiterbildung Fachpflege Psychiatrie erworben wurden. Die Anrechnung erfolgt im Rahmen des sogenannten AAEK Verfahrens Pflege‐ und Case Management für Fachpfleger/‐innen für Psychiatrische Pflege.
  • Voraussetzung ist, dass der Abschluss innerhalb der letzten fünf Jahre an der Frankfurt UAS erworben wurde.
  • Noten werden nach Überprüfung durch das Prüfungsamt übernommen.

Durch ein pauschales Verfahren wird der Anrechnungsprozess vereinfacht, da die Erstellung des Kompetenzportfolios entfällt. Die Antragstellung ist nach Einschreibung in den entsprechenden Studiengang möglich.

Bei Fragen zum Projekt und zu den entwickelten Verfahren, erreichen Sie das Projektteam via Mail an: kontakt@maincareer.de.