Partnerschaft: Handwerk und Hochschulen in Niedersachsen

Durchlässigkeit von beruflicher und hochschulischer Bildung fördern

Hochschule Emden/Leer - Die Zusammenarbeit niedersächsischer Hochschulen, Handwerkskammern und Ministerien hat eine lange Tradition. Ihren institutionalisierten Ausdruck findet diese Zusammenarbeit seit dem Jahr 2000 im Arbeitskreis „Hochschule und Handwerk“ und in den vielen bilateralen Projekten zwischen den Mitgliedern des Arbeitskreises. Moderiert wird der Arbeitskreis durch den gemeinsamen Vorsitz des Leiters der Hochschulabteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und des Hauptgeschäftsführers der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen.

Dem Arbeitskreis gehören Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen in staatlicher Verantwortung und der niedersächsischen Handwerkskammern an. Darüber hinaus sind das Niedersächsische Kultusministerium, das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie die niedersächsischen Handwerksinstitute, das Heinz-Piest-Institut an der Universität Hannover und das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, vertreten.

Am Mittwoch, dem 26. Februar 2014, traf sich der Arbeitskreis in den Räumlichkeiten des Maritimen Kompetenzzentrums und der Hochschule in Leer. Thematisiert wurde insbesondere die Durchlässigkeit von beruflicher und hochschulischer Bildung in beide Richtungen. Dies betrifft zum einen die Anerkennung von Studienleistungen in Ausbildungsgängen des Handwerks und im Gegenzug die Anrechnung von Ausbildungsgängen im Handwerk auf technische und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge.

Die Handwerksbetriebe haben sich durch ihre kleinteilige Unternehmensstruktur als attraktive Partner für regional verankerte Hochschulen bewährt. Die Fachhochschulen ihrerseits können durch praxisnahe Lehre und anwendungsorientierte Forschung überzeugen. Zudem konnte mit der Umstellung auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge eine deutliche Flexibilisierung bei den Studienstrukturen und den fachlichen Inhalten erzielt werden. Die Möglichkeiten dieser Entwicklung sollten nach Auffassung der Arbeitskreismitglieder nun intensiv genutzt werden, beispielsweise durch Einrichtung dualer Studiengänge oder berufsbegleitender Bachelorstudiengänge. In den vergangenen Jahren konnten durch eine Reihe exemplarischer Projekte die Möglichkeiten vereinfachter Übergänge sowie zusätzlichen Kompetenzerwerbs bereits eindrucksvoll demonstriert werden.

Gruppenfoto Arbeitskreis Handwerk Hochschule

Mitglieder des AK „Hochschule und Handwerk“ ...

... im Maritimen Kompetenzzentrum in Leer

Erklärte Zielsetzung der Arbeitskreismitglieder ist es auch, die Handwerksbetriebe, Kammern und Hochschulen näher zueinander zu bringen. Man trete noch zu selten in den Einrichtungen der jeweiligen Partner in Erscheinung, hieß es unisono aus dem Arbeitskreis. Dabei gebe es eine Reihe von Veranstaltungen, wo sich deren Beteiligung anbiete und bereits eine frühzeitige Kenntnis zu einer größeren Beteiligung führen dürfte. Die Mitglieder des Arbeitskreises gehen daher auch einvernehmlich davon aus, dass eine landesweite Unterstützung die Grundlage einer quantitativ und qualitativ erweiterten Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Handwerk bilden kann.