Bericht aus der Beratungspraxis

Beruflich Qualifizierte bei ihren Überlegungen ein Studium aufzunehmen zu unterstützen und zu beraten ist ein zentrales Anliegen der Servicestelle. Seit Aufnahme unserer Tätigkeiten haben wir etwa 70 Beratungsgespräche geführt. Die Anfragen erreichen uns telefonisch, per E-Mail aber auch in einer persönlichen Erstanfrage. Die meisten Studieninteressierten sind bereits sehr gut vorinformiert, wenn sie bei uns eine Beratung anfragen. Wir helfen dann gern die gesammelten Informationen einzuordnen und zu vertiefen.

Viele sehr unterschiedliche Fragen bewegen die Ratsuchenden: Soll ich wirklich noch einmal studieren oder besser eine andere Form der Weiterbildung wählen? Darf ich mit meiner Qualifikation studieren? Was darf ich studieren? Ist für mich ein Fachhochschul- oder Universitätsstudium geeigneter? Wo sind die Unterschiede? Kann ich berufsbegleitend oder sollte ich in Vollzeit studieren? Wie kann ich das Studium finanzieren?

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Beratung junger Frauen von VW-Nutzfahrzeuge

Beratung junger Frauen von VW-Nutzfahrzeuge während eines Besuchs in der Servicestelle

In der Beratung ist es unser Ziel zu orientieren und möglichst neutral Perspektiven aufzuzeigen, um den Studieninteressierten zu ermöglichen, qualifizierte Entscheidungen über den Beginn eines Studiums zu treffen. Dabei verweisen wir in Detailfragen immer auch auf weitere Ansprechpartner und Unterstützungsangebote, wie zum Beispiel auf die Studienberatungen der Hochschulen, die Koordinierungsstelle für Studieninformation- und Beratung in Niedersachsen, die Bildungsberatungsstellen in Niedersachsen aber auch Unterstützungsangebote der Erwachsenenbildungsträger und der Bundesagentur für Arbeit.

Der Schritt, aus dem Berufsleben - zwar nicht zurück auf die Schulbank, aber in den Hörsaal - will gut überlegt sein. Angst muss niemand vor einem Studium haben, doch gänzlich unvorbereitet sollte dieser neue Lebensabschnitt nicht begonnen werden. Besonders wenn Interessierte ein Studium ohne Abitur aufnehmen möchten, ist es wichtig Wissenslücken zwischen Kenntnissen aus Schule und Berufsausbildung und dem bei Studienbeginn erwartetem Wissen zu schließen. Hier empfehlen wir Vorkurse in Mathematik, aber auch Deutsch, Wissenschaftlichem Arbeiten oder Zeitmanagement.

In Situationen großer Unsicherheit oder Zeitdruck raten wir nichts zu überstürzen. Ziel ist es ein Studium sicher und gut vorbereitet zu beginnen. Denn ein abgebrochenes Studium ist frustrierend und schreckt eventuell auch andere Interessierte im Umfeld der Person ab. Wir halten es für äußerst wichtig zu motivieren und Zuversicht zu vermitteln. Ziel der Offenen Hochschule ist es schließlich die geöffneten Türen der Hochschulen und Universitäten von beruflich Qualifizierten auch betreten zu lassen.

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Beratung von Schülern auf der IdeenExpo

Beratung von Schülern und Auszubildenen auf der Ideenexpo 2013

Neben den Informationen über formale Zugangsmöglichkeiten ist es für viele Ratsuchende wichtig Orientierung im Informationsdschungel zu bekommen. Aber auch grundlegende Informationen über das System Hochschule sowie über die Service- und Beratungsstrukturen vor Ort helfen weiter. Insbesondere Studierwillige, die als erste in ihrer Familie ein Studium anstreben, haben große Hürden zu überwinden diese Strukturen kennenzulernen.

Wenn der Entschluss für ein Studium gefasst wurde, zeigen wir den Ratsuchenden die nächsten entscheidenden Stationen auf dem Weg zum Studienplatz auf. Beispielweise erläutern wir die Prüfung der Fachgebundenheit im Hochschulzugang über die berufliche Qualifikation der dreijährigen Berufsausbildung und mindestens drei Jahren Berufserfahrung und verweisen auf Ansprechpartner an den Hochschulen.

Neben den Beratungsgesprächen ist es momentan in erster Linie wichtig, unsere Zielgruppe über die Möglichkeit eines Studiums ohne Abitur zu informieren. Auf der IdeenExpo wurde klar, wie viel Informationsbedarf in der niedersächsischen Bevölkerung noch besteht. Beispielsweise haben wir einen jungen Mann beraten, der gerade seine Fachhochschulreife nachgeholt hatte, unwissend, dass er aufgrund seiner beruflichen Qualifikation auch ohne diese Prüfung Zugang zu den Universitäten gehabt hätte. Diesen Informationsbedarf macht auch unsere Marktforschungsstudie deutlich. Der Bekanntheitsgrad der Zugangsmöglichkeiten ist in der Zielgruppe zwar durchaus höher, insgesamt zeigt sich jedoch ein großer Informationsbedarf über die aktuell gegebenen Hochschulzugangsberechtigungen.

Wir freuen uns, dass wir zahlreichen Studieninteressierten mit dreijähriger Berufsausbildung und -erfahrung, die zu uns in die Servicestelle kommen, mit Informationen helfen können, zielgerichteter an die Hochschulen zu gehen. Aus diesen Gesprächen resultierten bereits Immatrikulationen beruflich Qualifizierter. Erste Erfahrungsberichte werden wir bald an dieser Stelle veröffentlichen.