Abschlussworkshop der Förderprojekte 2013/2014

Kurz vor Ende des 1. Förderzeitraums stellten vier Projekte aus der Förderlinie „Förderung von berufsbegleitenden Weiterbildungsmaßnahmen der Erwachsenenbildung mit Zertifikatsabschluss in Kooperation mit den Hochschulen und der niedersächsischen Wirtschaft“ am 11. November den Stand ihrer Projektarbeit vor.

In den Räumlichkeiten der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) gaben die anwesenden Kolleginnen und Kollegen dabei auch wertvolle Hinweise zur (Weiter-)Entwicklung von Zertifikatskursen mit Anrechnungsempfehlung. Erik Weckel von der AEWB, die Vertreterin des Kompetenzbereichs Anrechnung, Sonja Lübben, sowie die Geschäftsführerin der Servicestelle Offene Hochschule Niedersachsen, Monika Hartmann-Bischoff, brachten sich mit Fragen und Anregungen in den Austausch ein.

Vertreter der Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Nord, Bernd Bischoff (Geschäftsführer) und Jonas Eilinghoff (Projektmitarbeiter) berichteten über ihre Kooperation mit der Oldenburger BBS Wechloy, der Carl von Ossietzky Universität und der Jade Hochschule. In dem Projekt werden berufsbegleitende Weiterbildungsangebote für Absolventinnen und Absolventen der Berufsschule entwickelt, die während der Einstiegszeit ins Berufsleben besucht werden können. Inhaltlich bieten die Weiterbildungen eine Vorbereitung auf ein Hochschulstudium mit Mathematik, Schlüsselqualifikationen fürs Studium und wissenschaftlichen Arbeitstechniken für Studienvorhaben im Bereich Wirtschaftswissenschaften. Mit diesem Angebot sollen die Teilnehmenden, die nach 3-jähriger Ausbildung und drei Jahren Berufspraxis eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung besitzen, die Einstiegsphase ins Berufsleben zum Weiterlernen und zur Vorbereitung auf ein Studium nutzen können. Eine allgemeine Anrechnungsempfehlung, die Anrechnungspotenzial auf Studieninhalte wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge ausweist, ist in Vorbereitung.

Der Vertreter der Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Ost, Detlev Pischel-Zaremba, berichtete über das gemeinsame Projekt mit der TU Braunschweig, in dem studienbegleitende Kurse für beruflich qualifizierte Studierende entwickelt und erprobt werden, die Lücken in Mathematik und technischen Kenntnisbereichen aufarbeiten. Diese Angebote sollen Teilnehmende aus den MINT-Studiengängen unterstützen, in der Studieneingangsphase die Anforderungen an das mathematisch-technische Vorwissen zu erfüllen und so Studienabbrüche aufgrund von Wissenslücken verhindern. Um den Übergang an die Hochschule passend zu begleiten, werden die genannten Kurse um weitere Angebote wie Stammtische, Bibliotheksführungen, Prüfungsvorbereitungen und weitere Themen nach Bedarf der Teilnehmenden ergänzt.

Die Vertreterin des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB), Anika Manning, stellte ihre Erfahrungen mit der Begutachtung und Weiterentwicklung ihres Angebots „Zusatzausbildung Coaching“ im Rahmen der Erstellung einer allgemeinen Anrechnungsempfehlung vor. Hier wurde das komplexe Verfahren des Findens eines Referenzstudiengangs, die Kooperation mit der entsprechenden Hochschule sowie die Begutachtung der Weiterbildung im Rahmen einer Äquivalenzprüfung deutlich. Nach dem Ergebnis der Äquivalenzprüfung wird die Weiterbildung aktuell mit dem Ziel überarbeitet, ein Anrechnungspotenzial von 10 Leistungspunkten für Studiengänge im Bereich „Soziale Arbeit“ auszuweisen.  

Die Vertreterin der Akademie Waldschlösschen, Monika Henne, berichtete über Ihre Kooperation mit der HAWK Hildesheim, Holzminden, Göttingen die zum Ziel hatte, die Weiterbildung „Sexualität und Behinderung“ auf Anrechnungspotenziale zu prüfen. Dabei wurde klar, dass der Inhalt der Weiterbildung, der seitens der Akademie und bisheriger Teilnehmenden für die praktische Arbeit in Einrichtungen und Beratungsstellen (nicht nur) für Behinderte als enorm wichtig eingeschätzt wurde, zurzeit in keinem Studiengang aus dem Feld Pädagogik, Sonderpädagogik oder Soziale Arbeit aufzufinden ist. Im Verlauf des Äquivalenzvergleichs wurde auch hier die Komplexität der Entstehung einer allgemeinen Anrechnungsempfehlung deutlich. Schließlich ergibt die Allgemeine Anrechnungsempfehlung ein Anrechnungspotenzial von fünf Leitungspunkten auf Master-Niveau.

In der abschließenden gemeinsamen Diskussion wurden Fragen rund um die Arbeit mit der Zielgruppe beruflich qualifizierte Studieninteressierte angesprochen und Hinweise ausgetauscht, die für die abschließenden Projektberichte und die Begleitung der 2. Förderrunde 2014/2015 wichtige Impulse geben.