Fachtagung in Berlin

„Übergänge im Bildungssystem fair und flexibel gestalten
Fachtagung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin

Im Rahmen ihres Projektes „gute gesellschaft – soziale demokratie #2017 plus“ beschäftigt sich die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) mit verschiedenen Themenstellungen, die auf gesellschaftliche Entwicklungen in Richtung sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit, und innovativer und erfolgreicher Wirtschaft sowie aktiver Mitwirkung der Bevölkerung an der Demokratie zielen. Anfang 2016 gab die Stiftung dazu drei Studien in Auftrag, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der fairen und flexiblen Gestaltung von Übergängen im Bildungssystem beschäftigten. Am 11. Mai 2016 stellte die FES die Studien

  • „Neue Konzepte für den Übergang in Ausbildung“
  • „Bedingungen für flexible Bildungsübergänge“ und
  • „Bildungschancen von Erzieher_innen“

im Rahmen einer Fachtagung vor.

Alle Studien sind veröffentlich und bei der FES erhältlich. Aus Sicht der Servicestelle ist die Studie „Bedingungen für flexible Bildungsübergänge“ von Ulf Banscherus, Nadine Bernhard und Lukas Graf besonders interessant, denn sie untersucht die Durchlässigkeit zwischen hochschulischer und beruflicher Bildung. Damit befasst sie sich mit einem Kernthema aus dem Aufgabenspektrum der Servicestelle Offene Hochschule Niedersachsen. Die Studie stellt drei Beispiele guter Praxis zur Verbesserung der Durchlässigkeit vor und gibt Empfehlungen für die Aspekte, die zur weiteren Erhöhung der Durchlässigkeit beitragen. Wir freuen uns darüber, dass als eines der drei Praxisbeispiele die Servicestelle und ihr Beitrag zur Erhöhung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung beschrieben werden.

Die Wissenschaftler und die Wissenschaftlerin beschreiben Durchlässigkeit als mehrdimensional und benennen dabei

  1. den Zugang in Bildungsbereiche
  2. die Anrechnung von Erlerntem
  3. die Organisationale Verbindung und
  4. den Umgang mit heterogenen Bedürfnissen

als vier Dimensionen, die bei Initiativen und Maßnahmen zur Steigerung der Durchlässigkeit häufig in Kombination angesprochen werden und aufeinander bzw. miteinander wirken. Die vier identifizierten Dimensionen werden am Beispiel

  • der Servicestelle Offenen Hochschule Niedersachsen
  • der Dualen Hochschule Baden Württemberg und
  • des Modellversuchs „Duale Berufsausbildung mit Abitur in Sachsen (DuBAS)“

eingehend betrachtet.

Aus den konkreten Erkenntnissen der Fallstudien leiten die Autoren und die Autorin folgende Empfehlungen und Schlussfolgerungen zur Förderung von Durchlässigkeit ab:

  • Es ist notwendig, Durchlässigkeit als mehrdimensionale Aufgabe zu verstehen und das bei entsprechenden Initiativen und Maßnahmen zu berücksichtigen.
  • Eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Akteure der Allgemeinbildung und der Berufsbildung ist förderlich.
  • Die Etablierung überregionaler bzw. nationaler Standards für durchlässigkeitsfördernde Regelungen ist sinnvoll.
  • Gleiches gilt für die Etablierung zielgruppenspezifischer Beratungs- und Unterstützungsstrukturen.
  • Verschiedene Formen der Verbindung und Anrechnung von Berufs- und Hochschulbildung unterstützt Durchlässigkeit.
  • Zur Umsetzung von Zusammenarbeit, Regelungen und Standards ist die Weiterbildung und Sensibilisierung des Personals in den Bildungsinstitutionen erforderlich.

Banscherus, Bernhard, Graf: Bedingungen für flexible Bildungsübergänge, 2016, S. 47 ff