Netzwerken - Besuch eines (bildungs-) begeisterten IG-Metallers

Der Austausch mit überregionalen Partnern ist für uns immer etwas Besonderes! 

Zum einen freuen wir uns, auch bundesweit auf Interesse an unserer Arbeit zu stoßen, zum anderen ist auch ein Perspektivwechsel für unsere Arbeit hin und wieder hilfreich und wichtig. Über den Besuch des IG-Metall-Vorstandsmitglieds aus dem Ressort Bildungs- und Qualifizierungspolitik, Bernd Kaßebaum, freuten wir uns im Juni sehr. Wir hatten die Gelegenheit in einem intensiven Austausch Schnittstellen in den jeweiligen Arbeitsbereichen und Anknüpfungspunkte für die weitere inhaltliche Arbeit zu identifizieren. Nach einer kurzen Vorstellung seiner und unserer Arbeitsschwerpunkte und den bereits vorhandenen Arbeitskontakten mit einzelnen Gewerkschaften sowie dem DGB diskutierten wir zahlreiche Themen wie die Durchlässigkeit im Bildungssystem, berufliche Qualifizierung im Studium, Finanzierung eines Studiums in einer späteren Lebensphase, Anrechnung aber, Information von Studieninteressierten und Eltern aber auch Förderung von Weiterbildung in Betrieben. Schnell kristallisierten sich gemeinsame Themenschwerpunkte und Kooperationsansätze heraus.

Ein wichtiges Thema unseres Gesprächs mit dem IG-Metall Vorstandsmitglied war die zielgenaue Information von Bildungsverantwortlichen in den Unternehmen, insbesondere über den seit 2010 möglichen Hochschulzugang für Auszubildende nach 3-jähriger Ausbildung und 3-jähriger Berufstätigkeit. Zu diesem Zweck diskutierten wir ein gemeinsames Ansprache-Konzept für Betriebsräte in Niedersachsen. Zusätzlich wurde die Nutzung von bewährten Mediennetzwerken zur gezielten Information von Bildungsverantwortlichen und Auszubildenden erörtert. Dazu gehören sowohl digitale Medien als auch das klassische „schwarze Brett“, das sich in vielen Unternehmen nach wie vor großer Beliebtheit erfreut.

Ein weiteres Thema in diesem sehr konstruktiven und von einer offenen Atmosphäre geprägten Gespräch war die Frage, wie eine höhere soziale Durchlässigkeit beim Studieren ohne Abitur erreicht werden kann. Dabei sprachen wir über das Modellprojekt „Dritter Bildungsweg“, das von der Hans-Böckler-Stiftung in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen und der Hochschule Niederrhein durchgeführt wird. Ziel des 5-jährigen Modellprojekts ist es, beruflich Qualifizierten ohne Abitur aus dem gewerblich-technischen und aus dem Gesundheitsbereich den Weg an die Hochschule zu ebnen und sie bei ihrem Studium zu unterstützen.

Abschließend informierte Herr Kaßebaum noch über die Arbeit des DGB-Bildungsausschusses, für den eine höhere Bildungsdurchlässigkeit und eine erweiterte moderne Beruflichkeit – also eine verankerte breite Qualifizierung und die Anpassung an veränderte Gegebenheiten – zentrale Anliegen darstellen. In diesem Zusammenhang wurde auch die mögliche Teilnahme an einer Sitzung des Koordinationsausschusses im Frühjahr 2015 besprochen, bei der die gemeinsam identifizierten Themen vertiefter diskutiert werden.

Wir bleiben in einem regelmäßigen Austausch und freuen uns auf die Umsetzung der skizzierten Kooperationsansätze der IG-Metall.