Wenn Studieren zum Normalfall wird

Wenn Studieren zum Normalfall wird – Handlungsoptionen für Hochschulen und Politik
- Jubiläumstagung des CHE -

Auch in Deutschland ist der Trend zum Studium nicht aufzuhalten. Die Mehrheit eines Altersjahrgangs kann und will studieren, auch nach den doppelten Abiturjahrgängen werden die Studierendenzahlen auf hohem Niveau verharren. Handwerk, Handel und Teile der Industrie klagen über den Mangel an dual ausgebildeten Fachkräften, aber die Akademisierung lässt sich kaum aufhalten: die jungen Menschen stimmen mit den Füßen ab und drängen in die Hochschulen. Gleichzeitig werden atypische Studierende typisch. Studierende bringen nicht mehr notwendigerweise das klassische Abitur als Voraussetzung mit, sondern Fachabitur, eine Berufsausbildung, einen Meisterabschluss oder einen ausländischen Schulabschluss. Sie sind älter, berufstätig, versorgen Kinder oder Eltern und studieren daher nicht immer Vollzeit. Sie belegen Vorlesungen über das Internet und sind selten auf dem Campus.

Damit dieser Trend „Studieren als Normalfall“ für Studierende, Hochschulen, Wirtschaft und Gesellschaft positiv wirkt, müssen die Beteiligten gemeinsam die Weichen stellen und das Hochschulsystem weiterentwickeln. Reagieren Politik und Hochschulen nicht angemessen auf den Bildungswillen der jungen Menschen, verstreichen einmalige Chancen.

Als das CHE vor 20 Jahre gegründet wurde, studierten bei uns nur 26% eines Jahrgangs. Heute sind es bereits über 50%. Deswegen sucht das CHE nach den Handlungsoptionen für Politik und Hochschulen. Wie ist die Situation im Ausland, z.B. in Kanada, wo 57% eines Jahrgangs studieren? Wie kann man die Übergänge zwischen Hochschulbildung und beruflicher Bildung durchlässiger gestalten? Welche individuelle (BAföG) und Hochschul-Finanzierung braucht es, wenn Studium zum Normalfall wird? Wie können Hochschulen den Studienbeginn an eine zunehmend heterogene Gruppe von Studienanfängern anpassen? Leidet die Forschung(szeit), wenn die Hochschulen jedes Jahr eine weitere halbe Million Studienanfänger aufnehmen? Und last not least: Wie können neue Entwicklungen wie MOOCs (massive open online courses) sinnvoll eingesetzt werden?

Zur Diskussion dieser Fragen lädt das CHE Entscheidungsträger aus Hochschulen und Politik nach Berlin ein. „Studieren als Normalfall – Handlungsoptionen für Hochschulen und Politik“ soll sowohl Informationen, Beispiele, Szenarien und Diskussion bieten als auch Ideen und Vorschläge der Teilnehmer(innen) sammeln und aufbereiten. Das Ergebnis soll zeigen, welche Weichenstellungen von Politik und Hochschulen jetzt erforderlich sind, um einer „Expansionsphobie“ (aber auch -Euphorie!) entgegenzuwirken und den Drang nach Hochschulbildung für die einzelnen Studierenden und für die Gesellschaft fruchtbar werden zu lassen.


Ort: dbb forum berlin | Friedrichstraße 169/170 | 10117 Berlin

Kostenbeitrag: 148,– €

Programm und Anmeldung finden Sie auf der Seite des CHE.