Am Anfang stand die gemeinsame Idee

In Lüneburg haben sich Menschen zusammengetan, um sich für ein gemeinsames Ziel zu engagieren. Der Arbeitskreis Offene Hochschule ist ein bemerkenswertes Beispiel für institutionsübergreifende Zusammenarbeit und zeigt, dass die Öffnung der Hochschulen im Sinne des „Lebenslangen Lernens“ am besten gemeinsam voranzubringen ist. Wir berichten aus der Sicht der Personen, die maßgeblich an der Initiierung mitgewirkt haben.

„Am Anfang stand eine gemeinsame Idee“ – lautet der Tenor unserer Gespräche mit Anika Mannig und Tina Scheef vom VNB Lüneburg, mit Claudia Neumann von der Professional School der Leuphana Universität Lüneburg und mit Gerhard Cassens von der VHS Lüneburg. Das Anliegen, die Informationen zur Erwachsenen- und (akademischen) Weiterbildung zu bündeln, brachte den kleinen Kreis zusammen. Die Kolleginnen und Kollegen von VNB, VHS und Professional School trafen sich im März 2013 zum ersten Mal. Das gemeinsame Ansinnen war schnell definiert und man vereinbarte weitere Treffen. Dazu machte der VNB den Vorschlag, den Kreis der Mitwirkenden zu erweitern und die Bundesagentur für Arbeit, die Handwerkskammer, die Industrie- und Handelskammer und weitere Bildungsträger miteinzubeziehen. „Bereits bestehende Kontakte zu Handwerkskammer oder Agentur für Arbeit haben wir aufgegriffen und um Industrie- und Handelskammer, Arbeitgeberverband und die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Lüneburg (VWA) erweitert. So konnte ein institutionsübergreifendes Netzwerk entstehen, in dem alle wichtigen Akteure der Region mit von der Partie sind“, erinnern sich Anika Mannig und Tina Scheef.

Nach der kreativen Wachstumsphase fand das dritte Treffen im Dezember 2013 mit einem merklich größeren Teilnehmerkreis statt. „Das Vorhaben – die Bündelung von Angeboten und die Öffnung der Hochschulen voranzubringen – hat sich damit sozusagen etabliert“, sagt uns Gerhard Cassens. Die Vorbereitung und Organisation erfolgt zukünftig im Rotationsprinzip, damit alle Partner beteiligt sind und der Arbeitsaufwand verteilt wird. Man hatte sich auf eine gemeinsame Agenda verständigt, die das übergeordnete Ziel konkret formuliert und die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit beschreibt: Angebote für die Region Lüneburg sollen überschaubarer werden und Informationen gebündelt vorliegen.

„Derzeit sind die Angebote zwar vielfältig aber leider auch oft unübersichtlich. Auf den ersten Blick teilweise ähnlich aber im Detail doch deutlich verschieden, beispielsweise im Hinblick auf Zielgruppe oder Qualifikationsniveau. Insbesondere in der Erwachsenenbildung haben die Angebote oft ähnliche Titel und sind gerade für Menschen, die nicht mit dem Thema vertraut sind, schwierig zu verstehen“, erklärt Claudia Neumann. Sie berichtet, dass der Arbeitskreis gerade intensiv an der Erstellung eines Flyers arbeitet, der alle Angebote zusammenfasst und die zuständigen Ansprechpartner benennt. Da der regionale Bezug für studieninteressierte Berufstätige ein wichtiges Kriterium ist, kommt die branchenunabhängige, lokale Kooperation allen aus der Region zugute - auch den Fort- und Weiterbildungsanbietern. Gerhard Cassens möchte den Erkenntnisgewinn nutzen um passgenaue Angebote zu entwickeln und so mögliche Hemmschwellen abbauen.

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Leute dazu neigen, ihre Fähigkeiten zu unterschätzen und sich nicht trauen“, sagt er im Interview. Die Netzwerkarbeit soll Angebote und Informationsmöglichkeiten transparenter machen – für Informationssuchende einerseits und für die Mitarbeiter im Bildungsberatungswesen andererseits. „Wenn das persönliche Knowhow an irgendeiner Stelle fehlen sollte, weiß man wer im Netzwerk ein besserer Ansprechpartner sein könnte und kann die Ratsuchenden dorthin vermitteln“, sagt Claudia Neumann zum Abschluss.

Auch wir finden, dass der Arbeitskreis ein tolles Beispiel für die regionale Zusammenarbeit im Bereich Offene Hochschule ist und erkennen ganz klar: ein großer Zugewinn für alle. Weiter so!