Die thematische Hauptaufgabe der Entwicklung eines Verfahrens zur Anrechnung der in den IT-Weiterbildungsmaßnahmen und den darüber hinaus individuell erworbenen Qualifikationen und Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge ist im Projekt Ankom-IT erreicht worden. Das entwickelte Anrechnungsverfahren setzt sich additiv aus einer pauschalen plus einer individuellen Anrechnung zusammen.

  • Pauschale Anrechnungsverfahren:
    Wesentliche Aufgabe war dabei in einem ersten Schritt die Bestimmung und Gegenüberstellung relevanter Qualifikationen und Kompetenzen, die in der betrieblichen Weiterbildung und in dem jeweiligen Hochschulstudium erworben werden. Im zweiten Schritt wurden diese einzelnen Lernergebnisse von den jeweiligen Prüfern der Bildungssysteme nach den Niveaustufen des europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) in den drei Kategorien Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen bewertet. Abschließend sollte unter Bezug auf die vorangegangen EQR-Bewertungen die Äquivalenzen der einander zugeordneten Lernergebnisse durch die Bestimmung eines Überdeckungsfaktors in Prozent eingeschätzt werden. Diese konkrete Verwendung eines Deckungsfaktors wird jedoch zurzeit als sehr schwierig eingeschätzt und wird daher erst nach einer Erprobungsphase mit dem individuellen Anrechnungsverfahren durchgeführt werden können.

  • Individuelle Anrechnungsverfahren:
    Die Ergänzung durch eine individuelle Bewertung anrechenbarer Kompetenzen hat sich aus der Notwendigkeit zur Schaffung weiterer vertrauensbildender Maßnahmen zwischen beruflicher (Weiter-) Bildung und Hochschule ergeben. Mit dem auf der Basis eines französischen Modells entwickelten Portfolios lassen sich die persönlichen Kompetenzen sowie die individuellen Bildungsbiographien der Kandidaten wesentlich besser erfassen. Dabei besteht das Portfolio neben einem Abschnitt zur Erfassung personenbezogener Daten (wie demographischen Angaben, bisherige Bildungsabschlüsse, derzeitiger beruflicher Status etc.) aus zwei Teilen: In Teil A haben die Kandidaten die Aufgabe, ihren beruflichen und persönlichen Lebenslauf darzustellen und dabei die Schwerpunkte auf die Aspekte zu setzen, die mit der gewünschten Anerkennung in Verbindung stehen. In Teil B beschreiben die Probanden ihre im beruflichen und persönlichen Werdegang erworbenen Kompetenzen und belegen diese möglichst anhand authentischer Dokumente (Zeugnisse, Arbeitsplatzbeschreibungen, Zertifikate etc.). Dieser Teil ist in die sechs Unterabschnitte Berufstätigkeit, ehrenamtliche Tätigkeiten und andere Engagements (politisch, gewerkschaftlich, sozial), Bildungsgänge mit Abschluss, Bildungsgänge ohne Abschluss, selbständiges Lernen und Praktika gegliedert.

Mit den Erfahrungen aus dem individuellen Verfahren wird dann der Übergang zu dem pauschalen Anrechnungsverfahren erfolgen und eine Implementierung der Verfahrensmodelle mit den Hochschulen weiter diskutiert. Ziel bleibt somit eine feste Etablierung von Anrechnungsmöglichkeiten. Dazu ist die Schaffung funktionsfähiger Strukturen an den beteiligten Hochschulen erforderlich. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist mit der Zusage der Vizepräsidentin der TU Braunschweig zur Erprobung des Anrechnungsverfahrens getan worden.