Leichtbaustrukturen aus Composite Materialien ermöglichen deutliche Gewichtsreduktionen gegenüber metallischen Strukturen. Im Unterschied zu metallischen Bauweisen erfolgen die Fertigung der Strukturen und die Herstellung des Werkstoffes bei Composites simultan in einem Prozessschritt. Ferner lassen sich insbesondere mit faserverstärkten Kunststoffen Bauweisen mit hohem Integrationsgrad realisieren, die wiederum durch intelligente Funktionen der Baugruppen flankiert werden können. Vor diesem Hintergrund erfordert die Konstruktion einer Faserverbundstruktur neben den klassischen Konstruktionsprinzipien vom Ingenieur auch vertiefte Kenntnisse über die fertigungstechnische Umsetzung von Faserverbundstrukturen mit zum Teil hohem Integrationsgrad. Darüber hinaus führt die Vielzahl an Halbzeugen für Faserverbundwerkstoffe zu völlig neuen Gestaltungsmöglichkeiten, die jedoch eine aufwendigere und neuartige Auslegungsphilosophie verlangen. Hierbei steht die Kenntnis des spezifischen Verformungsverhaltens von richtungsabhängigen (anisotropen) Werkstoffen im Vordergrund. Im Gegensatz zu metallischen Bauweisen werden Faserverbundstrukturen oftmals in Form von großflächigen Bauteilen mit geringer Wandstärke eingesetzt. Derartige Bauweisen neigen insbesondere unter Druckbelastung zu einem instabilen Verformungsverhalten, sofern die kritischen Beullasten überschritten werden. Bislang bleibt die Tragreserve durch Ausnutzung des nichtlinearen Nachbeulverhaltens von dünnwandigen, versteiften Faserverbundstrukturen weitestgehend ungenutzt. Vor diesem Hintergrund ergibt sich aus der gezielten Zulassung eines nichtlinearen Strukturverhaltens für Faserverbundstrukturen ein erhebliches Leichtbaupotenzial. Der wirtschaftliche und technologische Erfolg einer Faserverbundstruktur erfordert somit ein vertieftes Verständnis des Strukturverhaltens insbesondere von funktionsintegrierten Faserverbundbauteilen, welches auf der Basis von analytischen Modellen oder auch mittels hochmoderner Finite-Elemente-Programmsysteme bewertet wird.

Ziele / Nutzen

Das Zertifikatsprogramm befähigt Sie, entsprechend Ihrer Schwerpunktsetzung

  • fertigungsgerechte und verbindungsgerechte Faserverbundstrukturen unter Berücksichtigung wesentlicher Einflussfaktoren zu konstruieren
  • die Möglichkeiten intelligenter Faserverbundstrukturen zu erkennen
  • mit Hilfe der klassischen Laminattheorie Bauteile vorauszulegen und Spannungsverteilungen zu berechnen
  • gängige Versagenskriterien bei Faserverbundstrukturen zu erkennen und abzuwägen
  • die Möglichkeiten von modernen Berechnungswerkzeugen zur Auslegung von Faserverbundstrukturen mit implementierenden Funktionen zu erkennen
  • die unterschiedlichen Möglichkeiten der Modellierung (z. B. 2D und 3D) und die prinzipiellen Möglichkeiten zur Definition unterschiedlicher inhomogener Materialien zu kennen und bei nichtlinearem Materialverhalten (z. B. Schädigung) zu berücksichtigen

Mit dem Zertifikatsprogramm erhalten Sie Anrechnungsmöglichkeiten für das Master-Studium „Verbundwerkstoffe/Composites“ der PFH.

Aufbau und Inhalte des Zertifikatsprogrammes

Das Zertifikatsprogramm umfasst insgesamt 2 Seminare (1 Pflichtseminar, 1 Wahlseminar) mit einer Gesamtdauer von 5 Tagen.
Das Seminar „Fertigungsgerechte Konstruktion von Faserverbundstrukturen“ ist ein Pflichtseminar, ein weiteres Seminar wählen Sie entsprechend Ihrer Interessen und beruflichen Präferenz aus den zwei Wahlseminaren aus.
Sie können die Seminare einzeln oder zu einem günstigen Paketpreis buchen. Mit Bestehen des schriftlichen Tests erwerben Sie das Zertifikat „Composite Design Specialist“.

Sie können das Zertifikatsprogramm innerhalb eines Zeitraums von 2 Jahren abschließen.


Informationen

Dauer
5 Tage
Kosten
2.350 € zzgl. USt.

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