Bei der Fertigung von faserverstärkten Kunststoffen erfolgt die Werkstoffherstellung und der Formgebungsprozess - im Gegensatz zu Metallkonstruktionen - simultan. Zu diesem Zweck sind speziell auf die Fertigung von Faserverbundwerkstoffen / Composites angepasste Halbzeuge und Herstellungstechnologien entwickelt worden, wobei der Fokus insbesondere bei der Verarbeitung von langfaserverstärkten Strukturen liegt.
Als typische Vertreter dieser Verarbeitungstechnologien sind neben dem Handlaminierverfahren für geringe Stückzahlen, der Wickeltechnik und der Prepreg Technologie auch die Harzinjektionsverfahren wie RTM (Resin Transfer Moulding) zu nennen. Unter ganzheitlicher Betrachtungsweise können moderne Fertigungsverfahren in Kombination mit faserverbundgerecht gestalteten Systemlösungen zu einem Kostenvorteil der CFK-Strukturen führen. Durch automatisierte Fertigungsmethoden besteht weiterhin ein hohes Potenzial, den Break Even Point hin zu kleineren Stückzahlen zu verlagern und somit wirtschaftlich attraktive Leichtbau-Konstruktionen in CFK-Bauweise im Kleinserienmaßstab realisieren zu können. Vor diesem Hintergrund gewinnen hochfeste und hochsteife CFK-Strukturen branchenübergreifend zunehmend an Bedeutung, so dass die modernen Kohlenstoff-Faserverbundwerkstoffe im Flugzeugbau und Automobilbau sowie in vielen Branchen des allgemeinen Maschinenbaus fortschrittsorientierte Perspektiven eröffnen. Die Bearbeitung von Bauteilen aus Composites und deren Hybride stellt wiederum eine besondere Herausforderung an Werkzeuge, Bearbeitungsmaschine und Prozessbedingungen dar. Sobald beispielsweise Composites mit metallischen Werkstoffen im Verbund zu Bohren sind, können die Kosten für eine Bohrung um den Faktor 10 bis 50 ansteigen. Des Weiteren treten hohe Schwankungen der Durchmesser und zufällige Werkzeugbrüche insbesondere bei mangelndem Prozessverständnis auf. Hohe Kosten durch Bauabweichungen oder gar Bauteilverluste sind die Folge.

Ziele / Nutzen

Das Zertifikatsprogramm befähigt Sie, entsprechend Ihrer Schwerpunktsetzung

  • die unterschiedlichen Herstellungstechnologien inkl. Vorteile und Nachteile und die daraus resultierenden Bauteileigenschaften für Composites zu analysieren, zu bewerten und schließlich kriteriengeleitet auszuwählen
  • die neuesten technologischen Möglichkeiten zur effizienten Serienfertigung moderner Composite-Strukturen unter besonderer Betrachtung automatisierter Preformingtechnologien für den RTM-Prozess zu verstehen
  • die wesentlichen Rahmenbedingungen für eine wirtschaftliche Serienfertigung von faserverstärkten Bauteilen mit duroplastischer Matrix zu kennen und konkrete, praktikable Maßnahmen für entsprechende (Prozess-) Optimierungen abzuleiten, die eine Serienfertigung von Faserverbundstrukturen ermöglicht
  • neue Strategien umzusetzen und die Verarbeitung in der Zerspanung von Composite Materialien und deren Hybride wirtschaftlicher, präziser und prozesssicherer zu gestalten

Mit dem Zertifikatsprogramm erhalten Sie Anrechnungsmöglichkeiten für das Master-Studium „Verbundwerkstoffe/Composites“ der PFH.

Aufbau und Inhalte des Zertifikatsprogrammes

Das Zertifikatsprogramm umfasst insgesamt 3 Seminare (1 Pflichtseminar, 2 Wahlseminare) mit einer Gesamtdauer von 4 Tagen. Das Seminar „Fertigungsverfahren und Qualitätssicherung“ ist ein Pflichtseminar, zwei weitere Seminare wählen Sie entsprechend Ihrer Interessen und beruflichen Präferenz aus den vier Wahlseminaren aus. Sie können die Seminare einzeln oder zu einem günstigen Paketpreis buchen. Mit Bestehen des schriftlichen Tests erwerben Sie das Zertifikat „Composite Manufacturing Specialist“.

Sie können das Zertifikatsprogramm innerhalb eines Zeitraums von 2 Jahren abschließen.

 


Informationen

Dauer
4 Tage
Kosten
2.020 € zzgl. USt.

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