Hessischer Modellversuch

Modellversuch zum Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte feiert Erfolge

Seit einem Jahr können Absolventinnen und Absolventen einer Berufsausbildung – auch ohne Berufserfahrung und Abitur – in Hessen ein Studium aufnehmen. Wissenschaftsminister Boris Rhein ist zufrieden und zieht auf einer Pressekonferenz ein positives Zwischenfazit:

Blick in den Hörsaal

Erfolg liegt in der Zusammenarbeit von Wirtschaft, Hochschulen und Land.

„Die Zahlen sprechen für den Erfolg unseres Modellversuchs: Im Wintersemester 2016/17 sind wir mit rund 85 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gestartet, zu Beginn des laufenden Wintersemesters 2017/2018 haben sich nochmal 150 Studierende eingeschrieben, sodass sich nun 235 junge Menschen immatrikuliert haben. Diese annähernde Verdopplung zeigt, dass der Modellversuch einen bestehenden Bedarf nach Neuorientierung deckt und von der Zielgruppe gut angenommen wird. Ein erklärtes Ziel der Hessischen Landesregierung ist es, die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu verbessern.“

Was den Modellversuch so erfolgreich macht, so Rhein, sei „die sehr gute Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft, den Hochschulen und dem Land Hessen sowie das Interesse der Studierenden.“

Vorraussetzungen

Wie in Niedersachsen galt in Hessen bisher: Beruflich qualifizierte Studieninteressierte müssen neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung mindestens drei Jahre Berufstätigkeit nachweisen. Zusätzlich galt es außerdem, eine Hochschulzugangsprüfung zu absolvieren und gegebenenfalls eine einschlägige Weiterbildung abgeschlossen zu haben.

Im Rahmen des Modellversuchs wurde der Zugang zu allen gestuften Studiengängen an den Hochschulen des Landes für Absolventinnen und Absolventen mit mittlerem Bildungsabschluss und einer dreijährigen anerkannten Berufsausbildung prüfungsfrei geöffnet. Voraussetzung ist eine Abschlussnote von mindestens 2,5.

Erste Ergebnisse

Feinmechaniker bei der Arbeit

Die Öffnung der Hochschulen bietet die Chance, Kompetenzen auszubauen.

Wissenschaftlich begleitet wird das Experiment bis zum Sommersemester 2021 von der Justus-Liebig-Universität Gießen. In einem ersten Zwischenbericht kommt das Team zu der Einschätzung: „Die Studierenden sind mit der Studienvereinbarung überwiegend zufrieden und sind motiviert beim Modellversuch dabei.“

Die meisten Studierenden entschieden sich für einen Studiengang, der ihrer Berufsausbildung fachlich nahesteht: Von Betriebswirtschaft über Bildung und Förderung in der Kindheit, Wirtschaftswissenschaften, Maschinenbau und Informatik, Sozialer Arbeit und Pflegemanagement bis hin zu Weinbau und Önologie, Internationaler Weinwirtschaft und Landschaftsarchitektur.

Durchschnittlich haben die Studierenden zwischen Abschluss der Ausbildung und Beginn des Studiums 1,5 Jahre Berufserfahrung gesammelt. Etwa 75 Prozent der Teilnehmenden wählten für das Studium eine Hochschule für angewandte Wissenschaften.

Unterstützung durch starke Partnerinnen und Partner

Unterstützt wird der Modellversuch von einer großen Allianz wirtschaftspolitischer Akteure wie der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern und dem Deutschen Gewerkschaftsbund.

Die vollständige Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst finden Sie hier.