Austausch fördern, Synergien nutzen!

Johanna Krüger begrüßt Gäste aus Braunschweig

Johanna Krüger begrüßt Gäste aus Braunschweig

Auf Einladung der Servicestelle Offene Hochschule Niedersachsen sind am 1. Dezember 2016 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Erwachsenenbildung und Hochschulen in Hannover zusammengekommen, um sich über die Öffnung der niedersächsischen Hochschulen für neue Zielgruppen auszutauschen. Rund 140 Gäste sind der Einladung gefolgt. Unter dem Motto „Austausch fördern, Synergien nutzen!“ widmeten sie sich aktuellen Entwicklungen, erzielten Erfolgen und wichtigen weiteren Schritten in der Öffnung der Hochschulen.

Monika Hartmann-Bischoff, Dr. Eva Cendon und Dr. Volker Schmidt

Monika Hartmann-Bischoff, Dr. Eva Cendon und Dr. Volker Schmidt

Neben der Geschäftsführerin der Servicestelle, Monika Hartmann-Bischoff, begrüßte auch Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, die Teilnehmenden. In seiner Begrüßung hob Schmidt hervor, dass die Servicestelle eine Vermittlungsfunktion zwischen den Bedarfen der Wirtschaft auf der einen Seite und den Angeboten der Hochschulen auf der anderen Seite einnimmt. NiedersachsenMetall unterstützte die Konferenz und fördert die Arbeit der Servicestelle.

Den Hauptvortrag des Tages hielt Dr. Eva Cendon von der FernUniversität Hagen. Unter dem Titel „Von der Öffnung zur Durchlässigkeit: Entwicklungslinien, Herausforderungen und Möglichkeiten für offene Hochschulen“ ging sie auf wichtige Schritte und Initiativen bei der Öffnung der Hochschulen ein. Sie betonte, dass Durchlässigkeit mehr ist „als aufmachen“. Durchlässigkeit „spielt sich auf unterschiedlichen Ebenen ab und ist mehrstufig“, so Cendon. Die Öffnung der Hochschulen ist damit nur ein erster Schritt im Prozess zu mehr Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung.

Dr. Eva Cendon am Rednerpult

Dr. Eva Cendon von der FernUniversität Hagen

Durchlässigkeit als mehrstufiges Konzept

Die Stufen der Durchlässigkeit, von denen Cendon sprach, lassen sich mit den Titeln „Berufstätigkeit und Ausbildung“, „Übergang“ sowie „Studium“ überschreiben. Jede Stufe hält besondere Anforderungen und Herausforderungen bereit:

In der Berufstätigkeit und während der Ausbildung sind Information und Beratung wesentliche Aspekte. Nur wenn Wege aufgezeigt und Studienmöglichkeiten bekannt gemacht werden, können sie überhaupt als Optionen der Weiterbildung und -entwicklung wahrgenommen werden.

Als zweite Dimension schließt sich der Übergang an. Wie schaffen es beruflich qualifizierte und berufstätige Personen, an die Hochschule zu kommen? Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen sind an diesem Punkt die institutionelle Zulassungspraxis und die Ausgestaltung der Studienvorbereitung entscheidend.

Erst flexible Studienformate ermöglichen überhaupt ein berufsbegleitendes Studium. Hier darf die Unterstützung der Studierenden nicht abreißen; vor allem nicht in der Studieneingangsphase, in der sich die berufliche mit der akademischen Wissenswelt verbindet.

Workshops

Gleich nach der Mittagspause hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, die Inspirationen aus Dr. Eva Cendons Vortrag aufzugreifen und vertieft zu bearbeiten. Drei parallele Workshops widmeten sich den Themen:

Workshop zum Thema Studien- und Studienvorbereitungsangebote

Rege Beteiligung zum Thema Studien- und Studienvorbereitungsangebote

  • Information und Beratung im Kontext berufsbegleitenden Studierens,
  • (Online-)Studienvorbereitungskurse und berufsbegleitend studierbare (Online-)Angebote sowie
  • Anerkennung und Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen auf Studieninhalte

Die Ergebnisse hielt Tanja Föhr in Bildern fest. Orientiert hat sie sich dabei an den Fragen:

  • Wie ist der aktuelle Stand?
  • Welche Hindernisse und Schwierigkeiten gibt es?
  • Welche Beispiele gelungener Praxis gibt es?
  • Welche Unterstützung ist noch notwendig?

Die Ergebnisse der Workshops finden Sie am Ende der Seite in der Bildergallerie. Klicken Sie auf ein Bild, um es zu vergrößern. Alle Grafiken des Tages hat Tanja Föhr außerdem in einem Video zusammengefasst. Film ab!

Wohin soll die Reise gehen?

Wohin soll die weitere Entwicklung nun gehen? Hierüber sprachen auf dem Podium Ministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, Dr. Marion Rieken, Dr. Isabel Rohner, Hartmut Tölle, Christine Etz und Monika Hartmann-Bischoff. In einem Punkt waren sich die Diskutierenden besonders einig: Es ist bereits eine ganze Menge passiert in den vergangenen Jahren. Und „es hat einen enormen Fortschritt gegeben“, so Christine Etz von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung. Und auch Hartmut Tölle, Landesvorsitzender des DGB Niedersachsen betont die einzigartigen und hervorragenden Rahmenbedingungen in Niedersachsen. Diese gelte es nun zu nutzen.

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die laut der niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, in den vergangenen Monaten getroffen wurde, war, nicht nur die Hochschulen zu öffnen, sondern auch die Begrifflichkeit selbst. „Aus und mit dem Beruf an die Hochschule“ ist das Motto, dass die Öffnung der Hochschulen künftig prägen soll. Es trägt dem „Gedanken des lebenslangen Lernens in seiner Gänze Rechnung“, so Heinen-Kljajić. Es adressiere auch „all diejenigen, die eigentlich längst in ihrer beruflichen Karriere an einem Punkt angekommen sind, wo es bis vor wenigen Jahren vielleicht noch gar nicht zu erwarten gewesen wäre, dass sie nochmal an die Hochschule zurückkommen.“

Podiumsgespraech

Wohin die Reise gehen soll, diskutieren die Expertinnen und Experten auf dem Podium

Für Dr. Isabel Rohner von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ist klar: Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung ist eine gesellschaftliche und ökonomische Notwendigkeit. „Es ist nicht ‚nice to have‘, wir brauchen eine höhere Durchlässigkeit.“ Damit das gelingen kann, ist Dr. Marion Rieken, Vertreterin der Landeshochschulkonferenz, die Zusammenarbeit der Akteurinnen und Akteure besonders wichtig. Die Öffnung der Hochschulen bleibt „institutionenübergreifend eine große Herausforderung“ – auch, wenn schon eine ganze Menge passiert ist.

Die Reise führt daher aus Monika Hartmann-Bischoffs Sicht direkt zur Zielgruppe. Mitgenommen hat sie: „Wir müssen das Angebot an die Zielgruppen bringen. Dazu gehört vielleicht auch so etwas wie aufsuchende Bildungsarbeit. Das heißt also, nicht an dem eigenen Ort zu verharren, sondern dahin zu gehen, wo die Zielgruppen sind.“ Außerdem müsse man sich immer wieder mit der Situation beschäftigen, „dass die Informationen über die Möglichkeiten, die die Öffnung der Hochschulen schafft, nicht von selber in unsere Gesellschaft diffundieren.“

Wenn das nicht ein Antrieb für die weitere Arbeit ist! Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Servicestelle bedeutet das: Nach der Konferenz ist vor der Konferenz. Um die Vernetzung der Akteursgruppen weiter zu unterstützen und persönliche Kontakte zu fördern, ist die Konferenz „Offene Hochschule Niedersachsen: Austausch fördern, Synergien nutzen!“ als Auftakt einer Veranstaltungsreihe zu verstehen. Bis zum nächsten Jahr!

Gaeste

Via Handy können sich die Gäste in die Konferenz einbringen

Interaktion und Dokumentation

Während der Konferenz konnten sich die Teilnehmenden immer wieder via Handy in Abstimmungen, mit Fragen und Impulsen in das Geschehen einbringen. Die vielfältigen und interessanten Äußerungen werden dokumentiert, ausgewertet und in den Austausch über die weitere Öffnung der niedersächsischen Hochschulen eingebracht. Die vollständige Dokumentation zur Konferenz erscheint Anfang 2017.

Tanja Föhr begleitet die Konferenz mit Stift und Tablet Tanja Föhr begleitet die Konferenz mit Stift und Tablet Information und Beratung Information und Beratung Studien- und Studienvorbereitungsangebote Studien- und Studienvorbereitungsangebote Anerkennung und Anrechnung Anerkennung und Anrechnung Podiumsgespräch Podiumsgespräch Es muss nicht jeder alles allein machen Es muss nicht jeder alles allein machen