Studieren ohne Abitur

Der Hochschulzugang ist im Land Niedersachsen schon seit den 1960er Jahren auch ohne Abitur möglich. Grundsätzlich unterscheidet der Gesetzgeber im §18 des Niedersächsischen Hochschulgesetzes zwischen einer Hochschulzugangsberechtigung aufgrund schulischer Vorbildung sowie aufgrund einer beruflichen Vorbildung.

Im Besitz einer Zugangsberechtigung aufgrund schulischer Qualifikation ist man mit einer allgemeinen oder fachbezogenen Hochschulreife (Abitur), einer Fachhochschulreife oder durch eine als gleichwertig anerkannte schulische Vorbildung.

Eine Hochschulzugangsberechtigung besteht aufgrund beruflicher Vorbildung z. B. durch eine abgelegte Meisterprüfung oder durch einen staatlich anerkannten Abschluss einer anerkannten beruflichen Aufstiegsfortbildung (bspw. zum staatl. geprüften Techniker oder zum IHK-Fachwirt). Seit dem Jahr 2010 berechtigt auch der erfolgreiche Abschluss einer anerkannten dreijährigen Berufsausbildung in Kombination mit dreijähriger Berufserfahrung Beruf zum Hochschulbesuch.

Tischler und Zimmermann arbeiten gemeinsam in der Werkstatt.

Tischler und Zimmermann arbeiten Hand in Hand.

Die berufliche Qualifikation einer dualen Ausbildung und ein akademisches Studium ergänzen sich gut.

Innerhalb dieser Zugangsberechtigungen wird weiter zwischen einer allgemeinen und einer fachgebundenen Hochschulzugangsberechtigung unterschieden. Eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung erlaubt ein Studium in jeder Fachrichtung an jeder Universität oder Fachhochschule. Eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung erlaubt den Zugang zu Studiengängen an Hochschulen, die in einem engen fachlichen Zusammenhang zu der erworbenen Vorbildung stehen, beispielsweise zur Berufsausbildung oder dem berufspraktischen Teil der Fachhochschulreife.
Eine Übersicht über die Hochschulzugängen finden Sie auf studieren-in-niedersachsen.de.

Informieren Sie sich im Vorfeld bei den Studienberatungsstellen der Hochschulen, die Sie interessieren, über Ihre Möglichkeiten ein Studium aufzunehmen. Die Hochschulen entscheiden eigenständig, ob und inwieweit aufgrund Ihrer beruflichen Vorbildung ein Fachbezug zu einem speziellen Studiengang besteht und die Bewerbung auf einen Studienplatz möglich ist.